
m ersten Moment erwartete Tjalf noch einen unmittelbaren Angriff, doch
die Dämonen verharrten in der Luft gleichmäßig auf der
Stelle. In der Mitte konnte er einen besonders großen ausmachen. Er
hatte zwei riesige Hörner auf dem Kopf, Schwingen so groß wie
Häuser und sein heißer Atem brachte die Luft förmlich zum
dampfen. In der einen Hand hielt er eine wie ein Zepter geformte Keule,
in der anderen eine Peitsche deren Riemen aus lodernden Flammen bestand.
Ein Balrog. Noch ein Balrog!
Und dieser sprach jetzt mit lauter Stimme, die Tjalf durch Mark und Bein
ging, zu den unter ihm angesammelten Londriern. "Ich bin Grangor,
Gesandter der Drei Unnennbaren Schrecken. Der Peiniger der Seelen der
Verstorbenen. Hört meine Botschaft. Ich will euch heute nicht alle
vernichten. Der Tod der heute Erwählten soll nur ein Zeichen sein.
Das Zeichen der neuen Herrscher der Welt. Keine anderen Götter
sollen mehr verehrt werden neben dem Dreigestirn des Unaussprechlichen.
Unter ihre Herrschaft sollt ihr euch alle fügen, den ihr Sieg ist
unweigerlich. Seht ihre Macht. Tod und Vernichtung ist ihr
Zeichen!"
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aum hatte er die Worte gesprochen, schossen Flammen über das
Schlachtfeld. In Sekunden liefen überall lebendige brennende Fackeln
schreiend hin und her, im Versuch das höllische Feuer zu
löschen oder sich zumindest die Kleidung vom Leib zu reißen.
Niemandem gelang es.
Tjalf rannte. Der Schrecken der ihn erfüllte war nicht in Worte zu
fassen. Er wollte nur noch weg. Weg vom Schlachtfeld, weg von diesen
unmenschlichen Schreien, von den grell lodernden Flammen und weg von
dieser unmenschlichen Angst. Einer Angst die aus seinem tiefsten Innern
zu kommen schien und vor der er nicht weglaufen konnte. Keuchend brach er
auf dem Boden zusammen. Nur nicht aufgeben. Irgendwie weiterkommen, er
kroch über den Boden, sah links und rechts brennende, sich
krümmende Leiber, zu Boden stürzen. Mehrmals musste er sich zur
Seite wegrollen, um nicht von einem von ihnen in Brand gesetzt zu werden.
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